Disagio

Das Disagio, auch als Abgeld bezeichnet, ist eine Gebühr, welche bei einer Kreditvergabe angewendet wird. Wenn ein Kredit mit einem Disagio vereinbart wird, bezahlt der Kreditnehmer diese Gebühr mit der Auszahlung der Kreditsumme. Das Disagio verringert den Auszahlungsbetrag, denn es wird nicht die volle vereinbarte Kreditsumme ausbezahlt. Auch wenn Wertpapiere übertragen werden, wird das Disagio vom Nennwert abgezogen. Es gibt Kreditinstitute, welche das Disagio verlangen. Der Kreditnehmer ist, trotz, dass er Kreditsumme, abzüglich des Disagios, ausbezahlt bekommt, verpflichtet, die vollständige Kreditsumme zurückzubezahlen, und nicht nur die ausgezahlte Summe. Das Disagio wird demnach nicht als Geldbetrag an das Kreditinstitut zurückbezahlt, aber er zahlt die fällige Gebühr durch die Rückzahlungsraten vom Kredit zurück. Damit das zu bezahlende Disagio wieder ausgeglichen wird und über die Summe verfügt werden kann, die benötigt wird, nehmen viele Kreditnehmer häufig ein etwas höheres Darlehen auf. So wird gewährleistet, dass die geplante Finanzierung auch möglich ist. Da es sich bei einem Disagio um eine Bankgebühr handelt, muss der Kreditnehmer selbst bei einer vorzeitigen Tilgung das Abgeld in voller Höhe zurückbezahlen. Die Höhe vom Disagio ist bei den Banken unterschiedlich und kann teilweise sogar verhandelt werden. Angegeben wird es in Prozent oder als Betrag. Beträgt das Disagio beispielsweise 9 % und der Kreditbetrag 10.000 Euro, werden dem Kreditnehmer nur 9.100 Euro ausbezahlt, muss aber 10.000 zurückbezahlen. Es wird als eine Vorauszahlung für die fälligen Zinsen verlangt, kann aber auch ein Kostenersatz für den Aufwand der Kreditbearbeitung darstellen. Das Disagio wird auch als eine Differenz von Nominalbetrag und effektiv ausgezahlten Betrag bezeichnet.
Steuerlich kann es bei einer Immobilienfinanzierung geltend gemacht werden, was aber nur bei der Vermietung von Gebäuden der Fall ist. Durch das Abgeld können einem Selbstnutzer Nachteile entstehen, daher muss in jedem einzelnen Fall ermittelt werden, ob es einen Vorteil mit sich bringt. Häufig wird ein Kredit mit Disagio aufgenommen, weil die Bank dann einen geringeren Zinssatz anbietet, eben weil es als Zinsvorauszahlung angesehen wird.

Auch bei Wertpapieren führt das Disagio zu einer Wertminderung. Werden Geldsorten an- oder verkauft, beträgt der Abschlag 2 bis 4 Prozent vom Nominalwert der Geldsorte.
Das Gegenteil vom Disagio ist das Agio, welches auch als Aufschlag bezeichnet wird.

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